Ermöglichungscoaching
von Ralph Schlieper-Damrich, Philipp Schulz (Hrsg.)
Vom Klienten-Dompteur zum Entwicklungs-Arrangeur: Coaching neu denken.
Themen: Coaching Methoden, Trainingsmethoden
Worum geht es in diesem Buch?
Das Buch „Ermöglichungscoaching“ transformiert die Prinzipien der Ermöglichungsdidaktik in den Coaching-Kontext und bietet Coaches eine fundierte Grundlage für eine zukunftsweisende Praxis. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Klienten ihre Fähigkeiten und Potenziale am besten in selbstorganisierten Lernprozessen entfalten. Statt Wissen linear zu vermitteln oder Lösungen vorzugeben, agieren Coaches als „Entwicklungs-Arrangeure“, die lernanregende Umgebungen gestalten und Klienten auf ihrem individuellen Weg zur Selbsthilfe begleiten.
Basierend auf konstruktivistischen Erkenntnissen, betrachtet das Buch Lernen als einen aktiven, autopoietischen Prozess. Es werden zentrale Prinzipien wie selbstgesteuertes Lernen, Handlungsorientierung, Lebendiges Lernen und der Fokus auf den sozialen Kontext detailliert erläutert. Diese Prinzipien ermöglichen eine nachhaltige Gestaltung des Lernprozesses und fördern eine klare Rollendefinition des Coaches als Facilitator und Lernberater. Das Buch beleuchtet, wie Coaches durch gezielte Irritationen und die Schaffung anschlussfähiger Lernumgebungen Klienten dazu anregen, eigene Lösungen zu entwickeln und ihre Wirklichkeit aktiv zu konstruieren.
Neben der theoretischen Fundierung bietet „Ermöglichungscoaching“ praxisnahe Einblicke und Reflexionshilfen. Es werden Wege aufgezeigt, wie ermöglichungsdidaktische Prinzipien im Business-Coaching angewendet werden können, um die Professionalisierung und Differenzierung der Coaching-Arbeit voranzutreiben. Das Buch richtet sich an Coaches, die ihre Haltung reflektieren und ihr methodisches Repertoire erweitern möchten, um Klienten nicht nur zu unterstützen, sondern sie nachhaltig zur Selbststeuerung zu befähigen. Es liefert Impulse für eine Coaching-Praxis, die auf Eigenaktivität, Emotionalität und den Lebensweltbezug der Klienten setzt.
Welche Probleme löst das Buch?
- Klienten sind zu stark von Coach-Vorgaben abhängig und entwickeln keine eigenen Lösungen.
- Coaching-Prozesse führen nicht zu nachhaltigen Verhaltensänderungen bei Klienten.
- Coaches suchen nach Wegen, ihre Rolle als reiner Wissensvermittler zu überwinden und Klienten stärker in die Verantwortung zu nehmen.
- Mangelnde theoretische Fundierung und Abgrenzung von Coaching-Methoden.
- Herausforderung, eine lernanregende Umgebung zu schaffen, die die Eigenaktivität der Klienten fördert.
- Schwierigkeiten bei der Integration emotionaler und praxisnaher Lernerfahrungen in den Coaching-Prozess.
Für wen ist dieses Buch?
- Professionelle Coaches
- Erhalten neue Impulse zur Gestaltung nachhaltiger und selbstgesteuerter Coaching-Prozesse.
- Trainer und Weiterbildner
- Lernen, wie sie ermöglichungsdidaktische Prinzipien in ihre Lehrmethoden integrieren, um Teilnehmer zur Selbstorganisation zu befähigen.
- Führungskräfte mit Coaching-Aufgaben
- Entwickeln ein tieferes Verständnis für die Rolle als Ermöglicher und verbessern ihre Fähigkeit, Mitarbeiter in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
- Organisationsentwickler
- Profitieren von Ansätzen zur Förderung von Lernkulturen, die auf Eigenverantwortung und Selbstorganisation basieren.
Das nimmst du mit
- Verständnis des Ermöglichungscoachings als Transformation der Ermöglichungsdidaktik in den Coaching-Kontext.
- Kenntnis der konstruktivistischen Grundlagen des selbstgesteuerten Lernens und der Autopoiesis.
- Anwendung zentraler ermöglichungsdidaktischer Prinzipien wie Selbstgesteuertes Lernen, Handlungsorientierung und Teilnehmerorientierung im Coaching.
- Die Rolle des Coaches als „Entwicklungs-Arrangeur“ und Facilitator, der lernanregende Umgebungen schafft.
- Strategien zur Förderung der Eigenaktivität und Selbstreflexion der Klienten durch gezielte Irritationen und Feedback.
- Einblick in die Übertragbarkeit und Integration ermöglichungsdidaktischer Prinzipien zur Professionalisierung des Coachings.
- Nutzung von Matrizen als Reflexionshilfe und praktisches Arbeitsinstrument zur Umsetzung der Prinzipien.
Über die Autorinnen und Autoren
Ralph Schlieper-Damrich
Der Führungskräftecoach und Logotherapeut Ralph Schlieper-Damrich studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Es folgten leitende Funktionen in der Führungskräfte- und Kulturentwicklung, in drei Konzernen und in einem Projekt der Bundesregierung. Berufsbegleitend promovierte er in Philosophie und absolvierte eine Vollausbildung in der originären Logotherapie nach Viktor E. Frankl mit Zusatzqualifizierung in Schematherapie nach Jeffrey Young mit anschließender klinischer Hospitation. Er ist Leiter der Augsburger Privatpraxis für sinnzentrierte Psychotherapie und ist vom Viktor Frankl Institut Wien akkreditierter Logotherapeut und Ausbilder. Im Coaching arbeitet Dr. Schlieper-Damrich mit Führungskräften der ersten drei Ebenen in den Themenfeldern Sinnorientierte Führung, Leadership und Erhalt der Leistungsfreude in Turbulenzen, Führung und Kommunikation im Kontext von Komplexitätszuwachs und begrenztem Machtspektrum, Rollenfindung und Selbstführung für eine robuste Leistungskultur, Stabilisierung in Phasen von Lebens- und Berufskrisen. Er ist Autor zahlreicher Buch- und Online-Publikationen in den Themen Werte, Krise, Krisenprävention und Sinn. Als Pionier in der Transformation der Logotherapie Viktor Frankls ins Coaching und als Gründer der seit über 25 Jahren im Markt bestehenden, ersten Coaching-Individualausbildungsreihe (CoachPro) positioniert er sich inhaltlich deutlich jenseits des performanzgetriebenen Coaching- und Ausbildungsmainstreams. Zwischen 2004 und 2007 war er Mitglied des ersten Präsidiums des Deutschen Bundesverbandes Coaching e.V.
Philipp Schulz
Philipp Schulz, Jahrgang 1979, ist seit 2005 tätig in der Personalentwicklung mit diversen Trainer-Qualifizierungen. Darüber hinaus Schwerpunkte im Bereich Operations, Franchising und Qualitätssicherung bei einem internationalen Konzern.
Häufige Fragen
- Was ist Ermöglichungscoaching?
- Ermöglichungscoaching überträgt die Prinzipien der Ermöglichungsdidaktik in den Coaching-Kontext. Es befähigt Klienten zur Selbstorganisation, indem der Coach Gelegenheiten für selbstgesteuerte Lernprozesse schafft und als 'Entwicklungs-Arrangeur' fungiert.
- Welche Rolle spielt der Coach im Ermöglichungscoaching?
- Der Coach agiert als 'Facilitator' oder 'Lernberater', der die Eigeninitiative des Klienten unterstützt und förderliche Lernumgebungen gestaltet. Er gibt keine Lösungen vor, sondern bietet Wahlmöglichkeiten und Impulse zur Selbstreflexion.
- Auf welchen theoretischen Grundlagen basiert das Ermöglichungscoaching?
- Ermöglichungscoaching basiert auf konstruktivistischen und kognitionstheoretischen Konzepten. Es geht davon aus, dass jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit konstruiert und Lernprozesse selbstgesteuert ablaufen.
- Was sind die Kernprinzipien des Ermöglichungscoachings?
- Zentrale Prinzipien sind selbstgesteuertes Lernen, Handlungsorientierung, lebendiges Lernen, lernanregende Umwelten, Teilnehmerorientierung, Methodenoffenheit, pädagogische Gelassenheit und subsidiäre Führung.
- Wie fördert Ermöglichungscoaching nachhaltiges Lernen?
- Es fördert nachhaltiges Lernen, indem es Klienten dazu anregt, Wissen aktiv zu konstruieren und durch Erlebnisse und Erfahrungen in praxisnahen Situationen zu lernen. Die Reflexion von Handlungen schafft einen tieferen Lerngewinn.
- Inwiefern ist eine ermöglichungsdidaktische Perspektive bereits im Coaching enthalten?
- Die Förderung der Selbstreflexion und -wahrnehmung sowie die selbstgesteuerte Erweiterung der Möglichkeiten des Klienten sind bereits wesentliche Elemente im Coaching. Ermöglichungscoaching präzisiert diese Aspekte.
- Für wen ist das Buch 'Ermöglichungscoaching' besonders geeignet?
- Das Buch richtet sich an professionelle Coaches, Trainer, Weiterbildner sowie Führungskräfte mit Coaching-Aufgaben, die ihre Haltung und Methoden reflektieren und Klienten nachhaltig zur Selbststeuerung befähigen möchten.